30. März 2009

Kurzfeeds vs. Vollfeeds vs. Fastvollfeeds

Da anlässlich einer Blogparade gerade mal wieder die Diskussion um Feedlängen ein wenig aufflammt, nutze ich die Gelegenheit, um Euch zu erklären, warum dieser Feed hier so ist, wie er ist. :)

Für diejenigen, die der Diskussion zum ersten Mal begegnen: Es geht darum, ob Blogs in ihrem RSS-Feed die Beiträge immer in voller Länge bereit stellen sollen, oder gekürzt. Im gekürzten Fall muss man als Leser erst per Klick den vollständigen Artikel im Browser oder Feedreader anzeigen.

Fastvollfeeds

Ich würde den Kreativrauschen-RSS-Feed als Fastvollfeed bezeichnen. Wie Ihr sicher schon bemerkt habt, sind die meisten Beiträge komplett im Feed enthalten. Nur die besonders langen Beiträge, meist Filmkritiken, sind gekürzt. Die hier verwendete Blogsoftware macht das automatisch, sobald man einen Beitrag für die Startseite kürzt. Das könnte ich zwar per Plugin ändern, ich habe mich aber nach einiger Überlegung dagegen entschieden.

Die Zahl der Seitenaufrufe ist mir dabei herzlich egal. Zum einen macht das eh kaum einen Unterschied, und zum anderen würde es mir außer einer minimal höheren Zahl in den Statistiken auch rein garnix bringen. Werbung versuche ich eh so gut wie möglich von Euch Stammlesern fernzuhalten, daher erscheint sie nur in älteren Artikeln. Die paar Klicks, die ich durch die Kürzung vielleicht gewinne, bringen mir also keine Werbeeinnahmen. (Es sei denn, jemand klickt im Feed auf einen älteren Beitrag, bei dem es inzwischen schon Werbung gibt – aber dieser Fall tritt wahrscheinlich vernachlässigbar selten auf)

Die Gefahr, dass meine Inhalte schwarzkopiert werden, besorgt mich auch nicht übermäßig. Bisher hatte ich glücklicherweise relativ wenig Probleme damit. Ich denke auch, dass Google mich lieb genug hat und trotzdem das Original besser platziert. Und letztendlich bringt es mir auch nicht so super viel, wenn jemand alle meine Beiträge kopiert, nur die wenigen gekürzten nicht. :)

Der Haupt-Grund, warum ich WordPress besonders lange Artikel kürzen lasse ist, dass ich sie danach bearbeiten kann, ohne dass sie Euch erneut im Feedreader aufploppen. Einige Feedreader zeigen ehemals gelesene Beiträge wieder neu an, falls sie geändert wurden. Wenn nun ein Artikel so lang ist, dass ich ihn für die Hauptseite kürze, ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass ich nochmal eine kleine Korrektur daran vornehme, z.B. wegen einem Tippfehler. Bei Filmkritiken kommt es dazu auch häufig vor, dass ich nach ein zwei Wochen einen Werbeblock in den Beitrag einbaue. Nun würde es mich als Leser ziemlich nerven, wenn ich wegen solcher Kleinigkeiten, die man ohne danach zu Suchen auch kaum erkennen kann, den Beitrag wieder neu vorgesetzt bekomme. Daher sind diese Beiträge gekürzt, damit ich ohne Gewissensbisse solche Änderungen vornehmen kann. Sonst würde ich mir wegen jedem Tippfehler ewig den Kopf zerbrechen, ob es sich lohnt ihn zu korrigieren. :)

Ich selbst als Leser will im Feed auch nicht von ewig langen Artikeln erschlagen werden. Besonders wenn viele neue Artikel vorhanden sind, macht das die Übersicht ziemlich schwer. Hier auf Kreativrauschen, ist das aber wahrscheinlich ein kleineres Problem, da Ihr aufgrund der geringen Veröffentlichungsfrequenz vermutlich nur selten mehr als einen neuen Artikel gleichzeitig seht.

Ich vermute (und hoffe) außerdem, dass Euch die Kürzung relativ wenig stört, weil sie so selten vorkommt und weil viele von Euch eh beim Lesen online sind und der Klick-Aufwand minimal ist.

Zudem gebe ich mir Mühe, den Umbruch immer so zu setzen, dass man aus dem Anfangsteil möglichst gut abschätzen kann, ob man den Rest überhaupt lesen will.

Kurzfeeds

Im Gegensatz zu Vollfeeds und Fastvollfeeds finde ich richtig kurze Feeds hingegen immer nervig. Auch ich bekomme sehr viele Beiträge pro Tag von meinem Feedreader vorgesetzt. Wenn ich für jede Kleinigkeit klicken muss, nervt das auf die Masse gesehen schon sehr. Ganz besonders wenn die Kürzung automatisch erfolgt, ohne dass der Autor sich näher überlegt, wo abgeschnitten wird. Dann kann man meistens nicht wirklich erkennen, ob der Beitrag nun lohnenswert ist oder nicht.

Übrigens

Eigentlich ist mir dieser Beitrag schon wieder ein Stück zu lang, um ihn ungekürzt auf der Startseite stehen zu haben. Angesichts des Themas mache ich aber mal eine Ausnahme. :)

(via juliaL49)

Mehr über: MetaRSS-Feeds

4 Comments

  1. Interessantes Argument mit dem Verändern von Artikeln. Ich glaube zwar, dass mittlerweile alle Feedreader das Problem erkannt haben, aber man weiß ja nie :)
    Deine Methode finde ich ok: Es würde mich nicht stören, wenn die Filmkritiken vollständig auftauchen, aber wie du schon schriebst, ist der sichtbare Teil lang genug, dass man sich ein Urteil bilden kann und entweder weiterklicken kann oder den Beitrag aufrufen (und dann wahrscheinlich kommentieren).

    Comment by juliaL49 — 31. März 2009 @ 7:33

  2. Ich kenne leider keine Statistik, welcher Anteil von Feedreadern wie reagiert. Ich könnte aber auch garnicht sagen, was die richtige Reaktion ist. Schließlich kann eine Aktualisierung im Artikel ja auch eine wichtige Ergänzung sein, weswegen ein erneutes Anzeigen absolut erwünscht wäre. Knifflig.

    Freut mich jedenfalls, dass ich Dich mit den Kürzungen nicht nerve. :)

    Comment by Flo — 31. März 2009 @ 10:40

  3. ich liebe vollfeeds, weil ich morgens mein reader lade und dann tagsüber bei meiner offlinearbeit was zu lesen habe!

    Comment by mogreens — 31. März 2009 @ 18:50

  4. […] bekennt auch in seinem umfangreichen Artikel, dass ihn kurze Feeds nerven. Auf seinem Blog “Kreativrauschen“  setzt er […]

    Pingback by Auswertung Blog-Parade - gekürzte oder vollständige Feeds | Meine Blog Gedanken — 2. April 2009 @ 15:52

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