Filmkritik: „Wahre Lügen“ („Where the Truth Lies“)

In den fünfziger Jahren waren Lanny Morris (Kevin Bacon) und Vince Collins (Colin Firth) Götter. Für die Karen O’Connor (Alison Lohman) – damals noch ein Kind – waren die beiden Entertainer ihre größten Vorbilder. Ihr Ruhm war grenzenlos und skandalfrei – bis eine Tote im Hotelzimmer von Vince und Lanny gefunden wird.

Jetzt, ungefähr zwanzig Jahre später, will Karen ein Buch über ihre einstigen Kindheitshelden schreiben. Langsam entdeckt sie dabei deren wahres Gesicht. Ein Sumpf aus Drogen, Gewalt, Sex, Mafia-Verbindungen und immer mehr Details des noch immer unaufgeklärten Mordes kratzen an dem schönen Bild von Lanny und Vince.

Während der zahlreichen Rückblenden versprüht „Wahre Lügen“ (Originaltitel: „Where the Truth Lies“) häufig einen interessanten Fünfziger-Jahre-Charme. In Kombination mit der stimmungsvollen Musik und Off-Sprechern entsteht manchmaleine schöne Atmosphäre, die an herrlich klischeehafte Heruntergekommener-Privatdetecktiv-im-Mafia-Milieu-Geschichten erinnert.

Soviel zum Positiven. Der Rest von „Wahre Lügen“ ist größtenteils einfach nur grottenschlecht. Schon relativ am Anfang zeigt er die wahrscheinlich schlechteste Sex-Szene der jüngeren Filmgeschichte, die Hauptdarstellerin ist nicht gut, die Texte sind künstlich und platt, die Handlung ist nicht spannend und teilweise funktioniert die Geschichte schlicht garnicht. Als Ausgleich dafür versucht der Film scheinbar, mit nackter Haut zu punkten… erfolglos.

Ich weiß nicht, was da schief gelaufen ist. Der Film fühlt sich teilweise wie ein Buch an, aber ohne dass es wie ein geschickt eingesetztes Stilmittel wirkt, sondern eher wie ein Unfall. Ob bereits die Buchvorlage von Rupert Holmes nichts taugt, oder ob Regisseur Atom Egoyan bei der Adaption gepatzt hat, wage ich nicht zu beurteilen.

Weiterempfehlen kann ich „Wahre Lügen“ jedenfalls nicht.

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