4. Mai 2007

Jammen im Internet: eJamming AUDiiO

eJamming AUDiiO

Das Internet hat uns viele schöne neue Kommunikationswege eröffnet, viele davon auch in Echtzeit. Dummerweise waren bisher alle Internetverbindungen nicht schnell genug, um über den Globus verteilten Musikern ein gemeinsames Spielen zu ermöglichen. Die kleinen Verzögerungen, die zwangsweise bei jeder Internetübertragung anfallen, sind für musikalische Anwendungen immer ein massives Problem.

Nun macht sich wieder ein Projekt auf den Weg, Musikern den Live-Jam im Internet zu erlauben. eJamming AUDiiO behauptet durch ausgetüftelte Algorithmen die Internet-Verzögerungen überwunden zu haben.

Ich habe die Software selbst noch nicht getestet. Technology Review hat etwas ausführlicher darüber berichtet.

Die Verzögerungsraten bei eJamming seien nicht größer, als sie beim Live-Zusammenspiel großer Orchester auftreten, sagt Glueckman. Dort liegen sie gewöhnlich bei einer einer Millisekunde. Menschliche Ohren nehmen aber erst Zeitversetzungen ab 50 Millisekunden wahr.

Der Aussage stehe ich etwas kritisch gegenüber. Ich glaube, alle heutigen Internetverbindungen haben eine größere Latenz als 1ms. Online-Spieler werden davon wahrscheinlich ein Lied singen können.

Wahrscheinlich wird diese grundlegende Verzögerung auch bei eJamming AUDiiO noch vorhanden sein. Ich vermute, sie tun nur irgendetwas, was einen damit umgehen lässt. Scheinbar wird auch bei eJamming irgendeine Art Puffer verwendet, um die verteilten Musiker synchron zu halten:

You MUST hear your own music with the slight delay eJamming AUDiiO imposes on everybody’s music to keep you all in sync.

Momentan befindet sich eJamming AUDiiO noch in der Beta-Phase und ist kostenlos. Voraussichtlich ab Juli kostet es dann 10-15 Euro pro Monat.

Nach wie vor und dauerhaft kostenlos ist hingegen NINJAM, ebenfalls ein Programm zum internetbasierten Musizieren.

(via Gitarreninstitut Kassel)

Mehr über: InternetJammingMusikOnline

3 Kommentare »

  1. Jamming on the Internet: eJamming AUDiiO…

    The Internet opened many new beautiful ways of communication, many of them even in real time. Unfortunately, Internet connections have always had a latency that has been too high to allow musicians to play across the globe. The small delays which appe…

    Trackback von Creation Noise — 1. Juni 2007 @ 21:47

  2. E-Jammin hält was es verspricht, ich habe mit Leuten bei einer Latenz von 70ms mit eJamming Musik gemacht und keine Verzögerung gemerkt. Das Ohr lässt sich bis zu einem gewissen Punklt sehr gut täuschen. Natürlich gibt es keine 1ms Latenz :P Erst testen dann kommentieren !!!

    Kommentar von John — 26. Mai 2009 @ 20:13

  3. Ja, erst testen (3 stunden), dann über sich selber verärgert sein, dass man auf einen solchen promogag reinfällt.Zitat:..near ZeroLatency…

    Also: In einem Orchester höre ich den 1o Meter entfernten Kontrabass wirklich erst nach ca. 30ms. Doch DEN ANDEREN MUSIKER HöREN und sein eigenes (live gespieltes Instrument HÖREN, sind zwei paar Schuhe.
    Ich bin Gittarist, und wenn ich nur mehr als 3ms Latenz habe, ist für mich sense mit Feeling, d.h. ich “spüre” die Saiten nicht mehr.
    Die Saite bewegt sich in einem Magnetfeld. Jede kleineste Bewwegung wird in Echtzeit Verstärkt und somit zum Ohr bzw. Hirn transportiert. Bei einem Klavier, geschweige denn bei digitaler Klangerzeugung, hab ich immer noch die Mechanik “zwischen den Händen”, ist also ein ganz anderes Feel als “sich direkt im Magnetfeld” zu bewegen. Meine Meinung.
    (Die Zeit die vergeht bis der Schall aus dem Lautsprecher bis zum Ohr gelangt entsteht AUCH (zusätzlich) bei der angenommenen Verzögerten Wiedergabe z.B bei Internetübertragungen oder allgemein digitalisierungen. Ist also irrelevant).
    Daher kann ich mir mit dem momentanen Stand der Technik, leider beim besten willen nicht vorstellen, dass ein echtes LiveFeeling aufkommen kann.Denn:
    Unser Hirn versucht ständig unser Mikrotiming zu korrigieren, da unser Feedback über die Ohren, und eben übers internet immer zu spät sein wird. Man spielt immer LaidBack.
    Schade
    Werde gerne eines besseren belehrt..

    ronaudio@bluewin.ch

    Kommentar von scherler ronald — 6. Juni 2009 @ 22:56

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