5. Februar 2009

Filmkritik: Inside Hollywood (What Just Happened?)

Inside Hollywood / What Just Happened?

## Inhalt

Ben (Robert De Niro) ist Produzent in Hollywood. Sein letzter Film, Fiercly, mit Sean Penn (Sean Penn) muss sich gerade dem ersten Zuschauertest unterziehen, und die Drehvorbereitungen für den nächsten Film laufen bereits.

Doch statt Glanz und Gloria eines erfolgreichen Produzenten erwartet Ben erstmal Chaos. Nach der Testvorführung nicht Lob, sondern Kritik, Gift und Drohungen wegen eines erschossenen Hundes; der Star seines nächsten Films, Bruce Willis (Bruce Willis), weigert sich, seinen Bart zu rasieren und eigentlich würde Ben sich doch lieber darauf konzentrieren, seiner Ex-Frau (Robin Wright Penn) wiedernäher zu kommen…

## Filmkritik / Rezension

*Inside Hollywood* nimmt die kaltblütige, oberflächliche Seite der Filmindustrie in Hollywood aufs Korn. Der Film lebt größtenteils von kaputten Charakteren wie Bruce Willis, doch richtig bissig wird er leider nie.


Manches trifft dabei voll ins Schwarze. Wenn das Publikum der Probevorführung in Rage gerät, weil am Ende ein Hund blutig das Zeitige segnet, ist das einfach wunderbar treffend. Kein Problem mit Gewalt – aber man kann doch keinen Hund töten!

Damit ist das bissigste Element des Films allerdings auch schon beschrieben. Die übrigen Angriffe auf das Leben in Hollywood können nicht wirklich mitreißen. Schleimige Gestalten, zickige Schauspieler, kaltblütige Studiochefs – im Wesentlichen genau das, was man erwarten würde. Natürlich wird in *Inside Hollywood* das alles etwas überzogen, sodass es diverse unterhaltsame Momente gibt. Doch vieles bleibt dabei so oberflächlich wie Hollywood selbst.

Wenn der durchgeknallte Regisseur (Michael Wincott) einen halben Nervenzusammenbruch erleidet, weil die Studiochefin den Hunde-Mord aus seinem Ende schneiden will, ist das zwar lustig anzusehen, aber der Charakter ist dabei so sehr ein überzeichnetes Klischee, das er nicht wirklich haften bleibt. Auch der knallharte Action-Star Bruce Willis als Über-Zicke ist zum schreien komisch – aber so überzogen, dass außer der albernen Komik nichts übrig bleibt.

Generell nährt sich der Film übermäßig von den Gastauftritten der Hollywood-Stars. Würde man sich den Film ohne die berühmten Namen vorstellen, wäre nicht viel von ihm übrig. Was ich sehr schade finde.

So verfällt *Inside Hollywood* regelmäßig in leichtes Gedümpel, bringt wieder etwas lustiges, dümpelt, punktet wieder etwas mit Gastauftritten, lässt nach, füllt den Saal wieder mit Gelächter und ist schließlich irgendwann recht undramatisch zuende.

## Fazit

Als leichte Komödie mit zuverlässigen Lachern dank selbstverkörperndem Star-Aufgebot
ist *Inside Hollywood* ok. Wer aber eine bissige Satire mit fiesem Einblick in Hollywoods Unmenschlichkeit erwartet, könnte enttäuscht werden.

Wer weiß, vielleicht kam die bissige Satire in der Testvorführung auch nicht so gut an und das Studio bestand auf ein paar Änderungen…

## Trailer

## Übrigens

Dreimal dürft Ihr raten, wer den Film, in dem Robert De Niro einen Produzenten spielt, produziert hat. :)

*Inside Hollywood* basiert auf der Autobiografie „What Just Happened? Bitter Hollywood Tales From The Frontline”von Art Linson, der für so bekannte Filme wie Fight Club und The Untouchables produziert hat.

Regie führte Barry Levinson (Sphere, Good Morning Vietnam, Rainman).

Die Darstellerin von Bens Ex-Frau, Robin Wright Penn, ist in der Tat die Ehefrau von Jean Penns.

Der Originaltitel, *What Just Happened?*, passt meiner Meinung nach wiedermal wesentlich besser.

Bruce Willis hatte in letzter Zeit mehrere Nebenrollen, z.B. in Alpha Dog, The Astronaut Farmer und Planet Terror.

## Weitere Meinungen

> „Das Grundthema, die Verlogenheit der amerikanischen Filmindustrie, könnte man sowohl narativ interessant als auch dramatisch wirkungsvoll als folgende Genrespielarten inszenieren:
> 1.) Als zynische Komödie
> 2.) Als schockierendes Aufklärungsdrama
> “Inside Hollywood” ist nichts von Beidem.“
> (Texturmatsch)

> „Wie man eine Mediensatire richtig macht, zeigte „Tropic Thunder“ im vergangenen Jahr zumindest teilweise. Dass
> man es trotz all dem Glanz und Glamour trotzdem richtig versauen kann, beweist „Inside Hollywood“. Zwar bietet
> der Film handwerklich gut gemachtes Kino mit einigen guten Einstellungen und passender Musik; die meiste Zeit
> jedoch hält er sich mit einer einfach viel zu belanglosen Handlung auf.“
> (Das Blog-Ha.us)

> „Als Mischung zwischen Spielfilm und Dokumentation fehlt ihm allerdings sowohl der Höhepunkt im gradlinig waagerechten
> Spannungsverlauf als auch die glaubwürdige Schilderung der alltäglichen Realität.“
> (narp?)

## Informationen

Kinostart: 26.03.2009
IMDb: What Just Happened (2008)

2 Comments

  1. Eigentlich müsste der Film bei der Promidichte wieder ein Erfolg werden. Das Fazit hört sich allerdings nicht gerade sehr berauschend an – ich denke, dass ich mir den Film trotzdem angucken werde um mir ein eigenes Bild zu verschaffen. Habe ja noch ein bisschen Zeit mir das Ganze zu überlegen.

    Comment by Patrick — 12. Februar 2009 @ 15:31

  2. […] Aufgegriffen auf: kreativrauschen.de […]

    Pingback by Inside Hollywood - Ein Film mit Robert de Niro | BLOKSTER.DE — 23. März 2009 @ 22:52

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