18. September 2008

Canon EOS 5D Mark II: 1080p-Video mit Vollformatsensor

Canon EOS 5D Mark II: Produktfoto

Eigentlich berichte ich hier ja nicht über Kameraneuvorstellungen, aber für die Canon EOS 5D Mark II muss ich einfach mal eine Ausnahme machen. Diese hat nämlich nicht nur einen Vollformatsensor und eine kranke Auflösung von 21 Megapixeln (5616 x 3744), sondern kann auch Videos in voller HD-Auflösung (also 1920×1080, auch 1080p genannt) aufnehmen. Und das alles für „schlappe“ 2500 Euro.


In der Video-Welt war bis vor garnicht so langer Zeit 1080p an sich schon eine Seltenheit und nur mit ziemlich teuren Kameras zu haben. Eine Video-Kamera mit Vollformatsensor konnte (und kann) man sich noch weniger leisten. Und nun kommt Canon daher und bringt eine Kamera heraus, die nicht nur ein krasser Fotoapparat ist, sondern auch noch eine konkret krasse Videokamera. Eine 1080p-Videokamera mit Vollformatsensor mit der man auch noch all die tollen Canon-Objektive nutzen kann. Waaaahh… :)

Zum Vergleich: Für ein aktuelles Projekt arbeite ich derzeit mit einer Panasonic HVX200 und – um auch die schöne Tiefenunschärfe eines Vollformatsensors zu bekommen – einem 35mm-Adapter davor. Die EOS 5D Mark II dürfte wesentlich komfortabler zu bedienen sein, als dieses Gesamtkonstrukt, und kostet nichtmal die Hälfte.

Zugegeben, man wird abwarten müssen, ob die EOS 5D Mark II auch wirklich hält, was sie verspricht. Beispielsweise nimmt sie in H.264 auf, was eventuell die Nachbearbeitung zur Qual machen könnte. Und scheinbar kann sie nur 30 Bilder pro Sekunde aufnehmen. Und Mikrofone gehen nur über Kleinklinkeanschluss…

Aber die Entwicklung ist trotzdem aufregend. Hochauflösendes Video mit Vollformatsensoren wird zunehmend erschwinglicher. Juhuu…

Beispielvideo

Bei Canon gibt es auch einige Beispielvideos. Besonders das Video mit einem 85mm/1.2-Objektiv ist recht eindrucksvoll. Tiefenunschärfe ohne Ende… :)

Mehr Informationen zur Canon EOS 5D Mark II

Fokussiert.Com: Video auch für Profis
Golem.de: Canon bringt EOS 5D Mark II mit 21 Megapixeln und HD-Filmen
Canon: Ganz.Großes.Kino. EOS 5D Mark II mit 21 Megapixel und Full-HD-Video

Siehe auch

Red hat mit der Red Scarlet eine Videokamera in einer ähnlichen Preisregion angekündigt, deren Auflösung mit 3k so hoch ist, dass man Standbilder aus diesen Videos praktisch als Fotos nutzen kann. Dort nähern sich Video- und Foto-Lager praktisch von der anderen Seite her an. :) Die Red Scarlet wird allerdings leider keinen Vollformatsensor haben, das haben nur die wesentlich krasseren Kameras Red One und Red Epic.

Nachträge 25.9.2008

Ein weiteres beeindruckendes Beispielvideo stammt von Vincent Laforet. Er hatte von Canon für 72 Stunden einen Prototyp der EOS 5D Mark II zur Verfügung gestellt bekommen und hat damit eine Art Kurzfilm gedreht. „Reverie“ ist zwar inhaltlich nicht so ganz überzeugend, aber die Bilder sind toll. Wunderbare Tiefenunschärfe und Tiefenunschärfe und das – mindestens teilweise – ohne zusätzliche Beleuchtung. Dafür aber auch mit kranken unbezahlbaren Objektiven (85mm/1.2, 200m/1.8, …). :) Ein paar Blicke hinter die Kamera gibt es in „Reverie – Behind the Scenes„. Wenn ich mich nicht täusche haben sie eine Szene sogar nur mit einem Fernseher (!) beleuchtet. :)

(via Streitenberger und The Reaction)

Außerdem war ich heute auf der Photokina und hab‘ das Schmuckstück mal kurz in die Finger bekommen. :) Eigentlich wollte ich selbst mal ein kurzes Testvideo aufnehmen, um die Qualität (Kompression und so…) besser beurteilen zu können. Aber der Canon-Vertreter hat mir verboten meine CF-Karte in die Kamera einzulegen und wollte mir auch sonst kein Testvideo aushändigen. :(

Wirklich zuverlässige Informationen kann ich daher über die Videoqualität der Canon EOS 5D Mark II immernoch nicht geben. Ich habe mal schnell ein Video auf die eingelegte Karte aufgenommen und das hat problemlos funktioniert. Auf dem Display sah das Ergebnis auch recht gut aus, aber auf so einem kleinen Display kann man das ja nicht wirklich beurteilen. Die Kamera kann tatsächlich auch während der Aufnahme den Autofokus benutzen. Bei meinem kurzen Test hat das aber nicht so ganz arg doll funktioniert – wobei die Bedingungen an einem überquellenden Messestand mit kaputter Beleuchtung auch ein fieser Test sind, in vernünftiger Umgebung geht das vielleicht besser.

Grrr…. warum haben die Canon-Leute mich kein Video mitnehmen lassen? Gemein. :)

Nachtrag 2. November 2008

Redrock hat inzwischen Zubehör für die EOS 5D Mk II und Nikons D90 angekündigt, womit man Spiegelreflexkameras ziemlich hochrüsten kann. (Schärfezieheinrichtung, Schulterhalterung, etc…)

» Redrock kündigt Video-Zubehör für Canon EOS 5D Mark II und Nikon D90 an

Nachtrag 21. Januar 2009

Es gibt ein neues Video, in dem jemand die EOS 5D Mark II zusammen mit diversen anderen Kameras getestet hat. Die gleiche Szene wurde u.a. mit einer 5D Mark II, einer Nikon D90, einer Red One und sogar 35mm-Film aufgenommen.

» Bildvergleich 5DMkII vs. D90 vs. Red One vs. HVX200 vs. 35mm-Film vs. …

Mehr über: 1080p35mmCanon EOS 5D Mark IIDSLRFotoKamerasVideoVollformatsensor

8 Comments

  1. Hast Du dieses Video von der Mark gesehen:
    http://www.usa.canon.com/dlc/controller?act=GetArticleAct&articleID=2086
    bzw. auf seinem Blog:
    http://blog.vincentlaforet.com/2008/09/22/without-further-ado-reverie/
    Viel Spaß beim ansehen…

    Comment by Streitenberger — 25. September 2008 @ 10:09

  2. Das hatte ich just diesen Morgen schon gesehen. Trotzdem vielen dank für den Hinweis. :) Ich habe den Artikel damit aktualisiert und auch einen super-kurzen Photokina-Bericht hinzugefügt.

    Comment by Flo — 25. September 2008 @ 19:09

  3. Was ich mich die genze Zeit frage: Kann man während der Videoaufnahme überhaupt manuell fokussieren? Ich habe dazu nichts gefunden und in den Beispielvideos wird es auffallend unterlassen. Das wär ein sehr wichtiges, stilistisches feature aus meiner Sicht.

    lg, Kai

    Comment by Kai — 26. Oktober 2008 @ 16:06

  4. Das habe ich leider nicht ausprobiert, daher kann auch ich nur spekulieren. Es würde mich aber extrem überraschen, wenn man nicht manuell fokussieren könnte. Canon müsste den manuellen Fokus dazu ja aktiv unterbinden und mir fällt kein Grund ein, warum sie das tun sollten. Selbst wenn sie es tun sollten, kann es gut sein, dass viele Objektive mit eigenem M/AF-Schalter diese Vorgabe ignorieren. Ich würde mir daher diesbezüglich nicht allzuviele Sorgen machen.

    Außerdem vermute ich stark, dass in oben erwähntem Reverie manuell fokussiert wurde. In meinem Kurztest funktionierte der Autofokus nämlich nicht zuverlässig genug für solche Schärfewechsel. (natürlich könnten sie es auch einfach tausendmal versucht haben… glaube ich aber nicht)

    Comment by Flo — 27. Oktober 2008 @ 9:39

  5. hier auch noch zwei preview videos, gerade in dem bereich funsport ist die größe der kamera ähhm photoapperat unglaublich gut

    http://www.stratenschulte.de/index.php?page=5dmkii/dontfollow

    Comment by dude — 29. Oktober 2008 @ 16:07

  6. Hallo zusammen, ich habe ein paar kleine Verständnisfragen an Florian Sander gestellt, die er mir freundlicherweise u. dankenswerterweise beantwortet hat:
    > Sie schreiben über die Canon EOS 5D MarkII: „damit Beispielsweise nimmt sie in H.264 auf, was eventuell die Nachbearbeitung zur Qual machen könnte.“
    > Könnten Sie mir das bitte genauer erklären! Etwa wenn man einen langsamen Rechner hat, oder wenn man die falsche Software hat? (Oder wäre die Nachbearbeitung z.B. bei einem Canon XL H1A einfach leichter oder mit mehr Möglichkeiten?)

    Das „eventuell“ war in meinem Satz sehr bewusst gesetzt. Ich habe mit H.264-Bearbeitung bisher noch keine Erfahrung, daher können Ihnen andere sicherlich bessere Auskünfte geben. Hier aber meine Spekulationen aufgrund von Erfahrungen mit anderen Formaten:
    Wahrscheinlich braucht h.264-Bearbeitung einen sehr schnellen Rechner. Die „alten“ Formate wie DV waren ja für heutige Verhältnisse recht anspruchslos was die Rechenleistung angeht, mit H.264 sieht das sicherlich anders aus. Es ist wahrscheinlich (!) auch nochmal etwas anspruchsvoller als HDV.
    Häufig bieten stärker komprimierte Formate auch weniger Flexibilität in der Nachbearbeitung. Wenn man beispielsweise die Farben anpassen möchte, Kontraste verändern, etc, dann stößt man leichter an die Grenzen des Materials und bekommt Bildstörungen (z.B. Farbrauschen,. Teilweise werden auch die Kompressionsartefakte sichbar.). Wie sehr das auf H.264 zutrifft, kann ich nicht beurteilen.

    Auch die Software muss mit dem Format umgehen können. Inwiefern H.264 von gängigen Schnittprogrammen unterstützt wird, weiß ich leider nicht.
    Ich kenne das Format der XL H1A nicht, daher kann ich dazu auch nichts sagen.

    > Oder welche Vorraussetzungen müssen gegeben sein, daß die Nachbearbeitung mit der 5D MarkII nicht zur Qual wird (welche Software wäre ideal)?

    Kann ich nicht sagen. :) Aber ein kleiner Tipp: Inzwischen sollte man irgendwo im Internet auch Rohmaterial aus der 5D MarkII bekommen, dann können Sie einfach mal testen, wie gut Sie und Ihr System damit umgehen können.
    Im „Notfall“ besteht übrigens auch immer die Option, das Material in ein besser zu verarbeitendes Format zu konvertieren. Aber das ist halt ein recht nerviger Aufwand… Ich hoffe, ich konnte zumindest ein wenig helfen.
    Viele Grüße, Florian Sander

    Comment by Steffen — 22. Januar 2009 @ 15:54

  7. Die EOS 5D Mark II hat nach meiner Erfahrung nur einen – für Makrofotografen allerdings entscheidenden – Mangel:
    Sie ist mit dem Canon-Makroblitzgerät MT-24EX nicht mehr kompatibel, was auch auf die 40D und die 50D zutrifft.

    Einen ausführlichen Bericht mit vielen Belegfotos habe ich veröffentlicht unter: http://www.tierundnatur.de/canon/fotoeos7.htm

    Comment by Hans-Jürgen Martin — 29. April 2009 @ 13:00

  8. Mit dem neuen Firmabdate ist die EOS 5D Mark II eine absolute Spitzenkamera – nicht nur für den Profi! Und mittlerweile bereits für unter 1.900 EUR als Body erhältlich.

    Comment by Sorbas — 5. August 2010 @ 13:04

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