1. Februar 2009

Video-Aufnahmen mit Canon EOS 450D, 40D und 1000D: EOS Movie Record

Nachdem die Video-Funktionen der EOS 5D Mk II und D90 für so viel Aufsehen gesorgt haben, hat sich wahrscheinlich so mancher gefragt, ob man nicht auch die eigene Kamera mit einer solchen Funktion nachrüsten kann. Die Kamerahersteller haben dazu nicht viel gesagt, aber für Besitzer einer Canon EOS 450D, 40D oder 1000D gibt es nun einen Funken Hoffnung. Ein russischer Programmierer hat eine Software namens EOS Movie Record zusammengehackt, mit der man das Liveview-Bild dieser Kameras über einen PC aufzeichnen kann.

Aus einer 40D bekommt man so ein 1024*680 Pixel großes, 25 Bilder pro Sekunde schnelles, und per Motion-JPEG komprimiertes Video. Mit den 720p der D90 oder gar 1080p der EOS 5DMkII kann die Kamera also nicht ganz mithalten. Aus der EOS 450D bekommt man nurnoch 848×560 Pixel heraus, was ungefähr der normalen Fernsehauflösung entspricht.

Das Ergebnis sieht dann ungefähr so aus:

Anhand von YouTube-Videos kann man natürlich wenig Definitives über die Qualität sagen. Andere Beispielvideos (z.B. dieses hier) sehen auch ganz nett aus, haben aber offensichtlich mit einer automatischen Belichtungskorrektur zu kämpfen. Wieder andere zeigen ein seltsames Flimmern (Beispiel).

Ton kann man mit EOS Movie Record auch nicht aufnehmen, den Ton müsste man also separat aufzeichnen. Das könnte man beispielsweise einfach mit einem externen Mikrofon am selben Rechner und einem Audioprogramm tun. Um das manuelle Synchronisieren zum Video wird man aber nicht herumkommen (hallo Filmklappe…).

Da man an einen Rechner gebunden ist, leidet natürlich auch die Mobilität ein wenig. Aber hey, für beyond vision mussten wir zu Beginn auch auf einen Laptop aufzeichnen, weil es noch kein Budget für ein Speichermedium für die HVX200 gab. :)

Die Homepage der Software ist in russischer Sprache, die Beschreibung ebenso. Ich habe sie nicht selbst getestet – ausprobieren auf eigene Gefahr! (bisher habe ich aber auch noch nichts böses darüber gelesen)

Falls jemand von Euch das ganze mal ausprobiert hat, erstattet doch Bericht, wie brauchbar die Videos sind, die man auf diese Art aufnehmen kann. Taugen sie beispielsweise für ambitionierte Hobby-Filmer?

Nachtrag

Thomas hat inzwischen in den Kommentaren sehr ausführlich über seine Erfahrungen mit der Software und einer Canon EOS 1000D berichtet. Interessierte sollten sich das unbedingt durchlesen. Tausend Dank an Thomas!

Weitere Informationen

Auf diversen englischsprachigen Foren und Webseiten gibt es kurze Diskussionen über EOS Movie Record. Hier mal ein paar Wegweiser:

Video with any Liveview EOS Camera

Now 450D can record video

Und hier noch eine Forendiskussion auf Deutsch:

Video für alle – wer traut sich?

(via Lighting Mods)

Mehr über: 1000D40D450DCanonDSLRLiveViewSpiegelreflexVideo

9 Kommentare »

  1. Also ich hab das Programm mit einer Canon EOS 1000D getestet. Es wirklich zum Laufen zu bringen ist momentan mein größtes Problem. Programm startet und sucht die Kamera und meistens findet es sie nicht. Als es dann doch geklappt hab habe ich in einem dunklen Raum ein kleines Video gemacht, aber nur mit 18,47fps. Heute wollte ich mal andere Einstellungen an der Kamera austesten oder mehr Licht, aber das Programm erkennt die Kamera wiedermal nicht, egal in welchem Modus. Wenn jemand weiß was man genau machen muss, damit die Kamera sicher erkannt wird, dann bitte posten.
    Das Video sieht aber ziemlich gut aus, würd da gerne mal nen Kurzfilm mit drehen (Ton auf DAT-Rekorder aufnehmen und dann mit Laptop oder Netbook das Video aufnehmen).

    MfG

    Thomas

    Kommentar von Thomas — 10. März 2009 @ 23:01

  2. Ok, wer russisch kann ist klar im Vorteil. Hab Google die Seite übersetzten lassen. Das Programm nimmt das Liveview Bild auf, aber mann muss Liveview vorher nicht anmachen. Nur anstöpseln und Programm starten reicht sogar. Speicherkarte rausnehmen soll auch helfen.
    Die fps lagen am Licht, aber je nach Rechner kommt man wohl auch nur auf max 22fps.

    Kommentar von Thomas — 10. März 2009 @ 23:17

  3. Tausend Dank für den Erfahrungsbericht!

    Gehe ich recht in der Annahme, dass der Kurzfilmplan damit aufgrund zu geringer/instabiler fps gestorben ist? 22 ist ja schon seeehr wenig – ich finde die normalen 25 ja häufig schon knapp. Andererseits kommt Kino mit 24 ja noch ganz gut klar… hmmm…

    Jedenfalls stelle ich es mir ziemlich störend vor, wenn die Bildrate nicht konstant bleibt. Ganz zu schweigen davon, dass mir nicht ganz klar ist, wie man das dann nachbearbeitet. Kommt da dann ein Video mit variabler Framerate raus? Können Schnittprogramme damit umgehen?

    Kommentar von Flo — 13. März 2009 @ 12:32

  4. Hi,

    also ich hab jetzt mal am Tag im Garten “gefilmt”. Auch hier schwankt die Framerate beim Aufnehmen. Schwenks sehen nicht so gut aus, aber feste Einstellungen in denen man die Bildschärfe ändert sehen richtig gut aus. Hab zum Testen mal Ton mit nem billigen Headset und dem Windows Audio Recorder aufgenommen und mit einer Filmklappe synchronisiert.
    Wenn man das Video in Pinnacle Studio 12 reinläd, dann wird gleich gerendert und das Video wohl auf 25fps gebracht. Danach den Ton synchronisiert und alles hat gepasst (war ne feste Einstellung auf mich und ich hab gesprochen). Importieren in Avid Liquid 7 dauert etwas länger, aber geht auch und man kann den Ton mit der Klappe gut synchronisieren.
    In Premiere Pro CS3 geht das Impportieren sehr schnell, aber dort habe ich gemerkt, dass das Bild, in dem die Klappe zuschlägt nicht aus einem normalen Bild besteht, sondern sind ein Bild ein paar Frames davor leicht mit in diesem Bild befindet. Premiere versucht also schon auf 25fps zu interpolieren und das hat mich etwas im Schnitt gestört. Danach kann man in jedem Schnittprogramm sich eine DV Avi mit 25fps ausgeben lassen.

    Ein anderes Problem ist, dass wenn EOS Movie Record läuft man nur ein Bild in diesem Programm hat, da die Kamera ja mit einem USB Kabel am Laptop hängt. Man kann also nur Schärfe ziehen etc, wenn man auf den Laptop schaut, was etwas Probleme geben dürfte, wenn der Kameramann was kompliziertes machen muss. Für feste Einstellungen dürfte dieses Programm interessant sein, weil die Objektive und der Bildsensor der EOS Kameras doch sehr viel besser sind, als irgendwelche Camcorder, aber man hat viele Einschränkungen.

    Hab auch schonmal mit der EOS 5D MarkII gedreht, in einer dunklen Disco und die Aufnahmen waren super. Alles aus der Hand gedreht und in FullHD mit 30fps sowie eine Mono-Tonspur. Leider hab ich für so eine Kamera kein Geld.

    Kommentar von Thomas — 13. März 2009 @ 16:25

  5. Hui, nochmals tausend Dank für den ausführlichen Bericht! Das wird sicherlich allen Interessierten sehr weiterhelfen. :)

    Kommentar von Flo — 14. März 2009 @ 15:02

  6. [...] ein bissel Recherchieren stieß ich aber auf kreativrauschen.de, wo über ein paar Probleme beim Arbeiten mit Movie Record geschrieben wurde. Da die Kameras [...]

    Pingback von Filmfunktion für Canon Modelle « lens-flare.de - Blog über Fotografie — 29. Mai 2009 @ 7:57

  7. [...] – aber es geht mit einer kleinen Software. Mit der 50D geht es auch – ich hab’s gerade probiert. Hier mal ein kleiner Bericht mit Link zur (Beta-)Software. __________________ Gruß Ralf Neu: Ich bei twitter [...]

    Pingback von Videos mit EOS 50D / 40D / 1000D usw. - Fotos verkaufen - Geld verdienen mit digitalen Bildern! — 2. Juni 2009 @ 21:44

  8. Ist das Programm “Movie Record” kostenlos?

    Kommentar von A. — 12. Juli 2010 @ 15:17

  9. Ja, EOS Movie Record ist kostenlos (bzw. war es zumindest, als ich diesen Artikel geschrieben habe).

    Kommentar von Flo — 13. Juli 2010 @ 10:46

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