14. Juli 2007

Global Dimming / Globale Verdunklung: Der verdeckte Klimawandel

Kondensstreifen

Die ganze Welt sorgt sich um die Erderwärmung und die dafür verantwortlichen Treibhausgase wie CO2. Ein anderes Phänomen ist jedoch kaum bekannt: Global Dimming, die globale Verdunklung.

Einige Wissenschaftler haben festgestellt, dass im Laufe der letzten Jahrzehnte zunehmend weniger Sonnenlicht den Erdboden erreicht. Die Ursachen dafür scheinen Verunreinigungen der Luft zu sein, die die Menschen selbst zu verantworten haben.

Das anschaulichste Beispiel dafür sind Kondensstreifen, die Flugzeuge am Himmel hinterlassen. Jeder Kondensstreifen hält ein klein wenig Sonne davon ab, die Erdoberfläche zu erreichen. Und es gibt viele Kondenssteifen. Der Einfluss dieser Streifen auf das Klima wurde schon länger vermutet, konnte aber erst in den Tagen nach den Terroranschlägen am 11. September direkt beobachtet werden. Für mehrere Tage nach den Anschlägen wurde sämtlicher Luftverkehr über den USA gestoppt – und damit auch die Kondensstreifen.

Die Differenz zwischen Tag- und Nachttemperaturen stieg an den drei Tagen nach den Anschlägen um rund ein Grad Celsius an. Das sei besonders auf höhere Temperaturen am Tage zurückzuführen, so Travis. Vor und nach dieser Zeit ohne Flugverkehr verzeichneten die Meteorologen dagegen völlig normale Werte. (wissenschaft.de 2002)

Doch auch sonstige Luftverschmutzung trägt zur globalen Verdunklung bei. Schmutzpartikel in der Luft halten selbst Sonnenlicht auf, doch noch viel schwerer wiegt ihre Wirkung auf die Wolken. Die feinen Partikel verändern die Struktur der Wolken, sodass sie noch mehr Licht ins Weltall zurückreflektieren. Zudem fördern sie auch die Wolkenbildung im Allgemeinen.

Man schätzt, dass die Sonneneinstrahlung von 1961 bis 1990 um ca. 4% zurückgegangen ist (Liepert 2002). In besonders stark betroffenen Regionen sogar um 10%.

Global Dimming als Tarnung für Global Warming

Die Welt wird also kälter… wird sie aber nicht. Trotz der geringeren Sonneneinstrahlung scheint es keine Absenkung der Temperaturen zu geben. Wissenschaftler vermuten, dass die globale Erwärmung die globale Verdunklung ausgleicht.

Das wäre ein ziemliches Problem, denn dieses Gleichgewicht der Luftverschmutzung könnte bald aus der Balance geraten. Derzeit bauen die Menschen schneller ihren Partikel-Ausstoß ab (zum Beispiel durch bessere Filter, oder Katalysatoren), als den Ausstoß an Klimagasen. Die globale Verdunklung könnte also zurückgehen, während die Klimaerwärmung weiter voranschreitet… und durch den Wegfall der Verdunklung noch beschleunigt wird.

Einfach weiter Partikel in die Luft blasen, um die Treibhausgase auszugleichen, ist aber auch keine Lösung. Zum einen wäre das für die Gesundheit der Menschen ziemlich suboptimal, und zum anderen hat die Verdunklung auch andere gefährliche Effekte. Zum Beispiel wird vermutet, dass die verheerende Hungersnot in Äthiopien, die tausende Menschen das Leben kostete, eine Folge der globalen Verdunklung war.

Bleibt als Lösung also doch wieder nur Umweltschutz. :)

Zu viel Text? => BBC-Doku: Global Dimming

Die BBC hat einen schönen Dokumentarfilm mit dem einfachen Titel „Global Dimming“ zu diesem Thema gemacht. Die Doku ist auf Google-Video verfügbar, aber ich bin mir nicht sicher, ob das von der BBC so beabsichtigt ist, daher verkneife ich mir mal einen Link.

Ganz legal gibt es auf jeden Fall das vollständige Transkript der Sendung.

Siehe auch

Quellen

BBC Horizon: Global Dimming
Wikipedia: Globale Verdunklung
wissenschaft.de: Flugverbot nach dem 11. September sorgte für wärmere Tage in den USA
wissenschaft.de: Kleine Teilchen für große Wolken

8 Comments

  1. Nachlassen des Sonnenlichts hat nichts mit Wärme zu tun, sondern mit „Licht“ = Photonen und wird auf katastrophale Weise die Photosynthese (Wachtum) beeinflussen.

    Comment by ML Zimmermann — 21. Juli 2007 @ 13:19

  2. Wenn Licht auf Oberflächen trifft, verwandelt es sich – je nach Oberfläche – zu einem gewissen Prozentsatz in Wärme. Das kann man am Besten an hellen Tagen auf dunklen Teer-Straßen beobachten, die werden dann ziemlich heiß. Auch Solar-Wärme-Anlagen funktionieren nach dem Prinzip.

    Der Einfluss auf die Photosynthese klingt aber auch spannend. Hast Du irgendwelche Quellen dazu, wie stark die Auswirkungen darauf sein könnten?

    Comment by Flo — 21. Juli 2007 @ 15:58

  3. Zu diesem Thema (Global Dimming) habe ich kürzlich in einer populärwissenschftlichen Fernsehsendung (weiß nicht mehr welche, zufällig reingezappt) eine logisch aufgebaute Beweisführung mehrerer Wissenschaftler gesehen, die behaupten, dass der menschliche Einfluss auf das Problem nicht so groß ist, wie bisher meist dargestellt. Demzufolge soll es der Einfluss der Sonnenaktivität sein, die derzeit so hoch sein soll wie in den vergangenen 8.000 Jahren nicht mehr. Hierdurch soll mehr Wasser verdunsten und so das Dimming herbeigeführt werden. Dazu wurde (unter anderem durch Auswertung arktischer Bohrkerne) belegt, dass Warmzeiten auch vor der Einflussnahme durch menschliche Aktivitäten stets von einer Zumahme der CO2-Konzentration in der Athmosphäre begleitet waren. Das Fazit war also: Wir können gar nicht wirklich was dagegen ausrichten, weil die eigentliche Ursache für Erwärmung und Dimming zwar nicht nur aber doch zum überwiegenden Teil ganz natürlich dur die Sonnenaktivität hervorgerufen werden soll.

    Comment by Eckbert Heinenberg — 28. Juli 2007 @ 13:10

  4. Global Dimming kann irgendwie schlecht durch eine gesteigerte Sonnenaktivität hervorgerufen werden, denn dann würde es ja heller und nicht dunkler.

    Ich habe vor einiger Zeit auch eine Doku (ich glaube von CBS… weiß aber nicht mehr so genau) gesehen, die die Gegenargumentation zur globalen Erwärmung vertrat. Da kam auch das mit den Bohrkernen. Ich hab‘ die Details leider nicht mehr so im Kopf, aber so ganz arg stimming erschien mir das alles nicht.

    Bei den Bohrkernen kam mir glaube ich etwas seltsam vor, dass die Messungen an einem Ort (Arktis) Rückschlüsse auf das Klima der ganzen Welt erlauben sollen.

    Übrigens haben Bohrungen an tropischen Gletschern gezeigt, dass die Temperaturen über die letzten 5000 Jahre ziemlich stabil waren:

    „An diesen Eisschilden war das Klima seit 5000 Jahren oder mehr nicht mehr so warm wie heute“, sagte er. Seine Untersuchung kombiniert zum ersten Mal Bohrkerne aus Südamerika und Asien zu einer Temperaturgeschichte der Tropen
    An anderen Orten der Welt gab es ähnliche Messungen mit anderem […] (Spiegel Online)

    Comment by Flo — 29. Juli 2007 @ 15:01

  5. Verstärkt werden durch Chemtrails auf deutsch Chemieschleifen gennant der Himmel verhangen. Die Sonne kommt nicht mehr so schön raus wie es früher der Fall war.
    Meine Beobachtungen haben mich zu der Überzeugung gebracht das das Ausbringen von Chemikalien in der Atmosphäre eine wesentliche Rolle im Klimawandel spielt.
    Doch wer die globale Dynamik versteht weiß das eine kleine sehr sehr reiche Elite willens ist die Erbevölkerung bis zum Jahr 2050 bis auf 600 mio Menschen reduzieren will…Chemtrails sind eben ein Teil des heute schon angelaufenen globalen Genozids.
    Ulele
    Bensil Norm 2050minusX

    zu hart? zu schlimm? einfach unglaublich? dann senk dein Haupt „Schaf“ lass Dich führen von Spiegel Stern und Tagesschau…denn Dein Hirte kennt das Ziel….

    Comment by Bensil Norm — 11. Juli 2008 @ 18:12

  6. ja, wir glauben auch, dass feinste partikel eine gewisse macht haben. Siehe auch nano-technologie.

    Comment by obeko — 3. Oktober 2010 @ 16:24

  7. Da habe ich beim googlen ja genau das gefunden, was ich lesen wollte. Danke!

    Comment by Nanotechnologie — 4. Januar 2012 @ 1:11

  8. schwer vorstellbar, dass Kondensstreifen so eine Auswirkung haben.

    Comment by Malte — 27. Juli 2012 @ 16:34

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