20. September 2009

Filmkritik: Lesbian Vampire Killers (LVK)

Lesbian Vampire Killers: Poster

Als Jimmy – mal wieder – von seiner Freundin verlassen wird, begeben er und sein Kumpel Fletch sich zur Abwechslung auf eine kleine Wandertour nach Gragwich. Doch neben einer Gruppe junger, hübscher, deutscher Folkloristikstudentinnen treffen sie dort vor allem auf eines: Lesbische Vampire.

Rezension

Wie man durch den Titel Lesbian Vampire Killers bereits vermuten kann, wartet bei diesem Film eine gute Portion Trash auf den Zuschauer. Doch ganz so trashig wie erwartet ist der Film doch nicht. Die Bilder sind überraschend solide produziert (bis auf die Intro), gut ausgeleuchtet und gestaltet. Und auch inhaltlich entpuppt sich der Film nicht als die Katastrophe, mit der so manch einer wahrscheinlich gerechnet hat.

Mathew Horne und Vera Filatova in Lesbian Vampire Killers

Lesbian Vampire Killers ist kein plumper Machofilm. Die meisten Männer im Film sind ziemliche Waschlappen und stolpern eher hilflos durch die Geschichte. Der stärkste Charakter ist die Studentin Lotte. Auch sonst weiß Lesbian Vampire Killers die diversen Klischees geschickt für sich zu nutzen, meistens indem sie hemmungslos überspitzt werden. Die Kulissen sind wunderbar angelehnt an Horrorfilmklischees, düster und künstlich zugleich. Auch sonstige klassische Horror-Elemente werden gnadenlos überzeichnet

„Vampires.“ (Lotte)
– „Vampires?“ (Jimmy)
– „Vampires?“ (Fletch)
– “Lesbian Vampires.” (Lesbischer Vampir)

Szene aus Lesbian Vampire Killers

Trotz des alles andere als komplexen Inhalts wird der Film auch nie langweilig. Nennenswerte Längen gibt es nicht und kaum ein Film auf dem Fantasy Filmfest war so schnell vorbei wie Lesbian Vampire Killers.

Was jedoch sehr überrascht, ist wie harmlos Lesbian Vampire Killers eigentlich ist. Es gibt kein wirkliches Gemetzel, kein Blut und keinen Sex. Absolut jugendfrei. FSK 12. Ähnlich wie C.H. sehe ich darin auch die größte Schwäche des Films. Er hätte ruhig eine ganze Ecke gemeiner sein dürfen.

Vera Filatova und MyAnna Buring in Lesbian Vampire Killers

Der Gesamteindruck ist dennoch sehr positiv. Lesbian Vampire Killers macht einfach Spaß, vorausgesetzt man erwartet nicht etwa Anspruch oder etwas ähnlich Abwegiges. Am meisten Spaß macht der Film auch in einer entsprechend eingestimmten Runde. Sei es nun das Festivalpublikum auf dem Fantasy Filmfest, oder im kleineren Rahmen bei einem Videoabend. Lesbian Vampire Killers ist ein nahezu idealer Partyfilm.

Ich denke übrigens, dass auch Frauen Spaß an dem Film haben, obwohl der Titel in der Tat eher nach männlicher Zielgruppe klingt. Wer den Film gesehen hat und weiblich ist: Bitte unten einen Kommentar hinterlassen! (Kommentare von allen anderen Geschlechtern sind natürlich auch gerne gesehen)

Fazit

Lesbian Vampire Killers schreckt getreu der Stilvorgabe des Titels vor keinem Klischee zurück, ist aber dennoch ist es kein plumper Macho-Film. LVK ist eine wirklich gelungene Komöde und Horrorparodie, überraschend jugendfrei, und mit sehr hohem Spaßfaktor.

Trailer

Übrigens

Der Titel Lesbian Vampire Killers ist meiner Meinung nach sehr genial. Dennoch scheint er nicht nur auf Gegenliebe zu stoßen, denn häufig wird der Film entschärfend nur LVK genannt. In englischen Supermarktketten wurde sogar das Cover teilweise durch zusätzliche Aufkleber familientauglicher gemacht, indem „Lesbian“ und ein großzügiges Dekolleté überklebt wurden.

Ein Film, der sich auch um das Thema hilflose männliche Trottel vs. weibliche Monster dreht, ist Doghouse. Ebenfalls aus Großbritannien. Lesbian Vampire Killers ist aber um Längen besser.

Die Schauspielerin, die Lotte spielt (MyAnna Buring), hat auch in Doomsday in einer Nebenrolle mitgespielt.

Für einen Film wie Lesbian Vampire Killers ist eine FSK-Freigabe ab 12 Jahren doch eigentlich schon eine Marketing-Katastrophe. :)

Gedreht wurde mit einer Red One.

Weitere Kommentare zu Lesbian Vampire Killers

„You know if this is the sort of thing for you. Don’t go to see this movie if you think the title is ridiculous.“ (Kommentar von mandisc auf IMDb)

„Tatsächlich kommt man während dieser ganzen Ereignisse aus dem Lachen nicht mehr raus, mal sind die Scherze albern, dann wundervoll ironisch. Ein schönes Beispiel britischen Humors, wie ich finde.“ (Frau Flinkwert)

„Die Computertricks waren mir ehrlichgesagt etwas zu perfekt und mindern so die Stimmung geringfügig. Trotzdem ein klasse Partyfilm, der für tolle Atmosphäre sorgt.“ (Martin Betzwieser)

„ich LIEBE Trash, wenn er gut gemacht ist! Und der Film läßt echt kein Klischee aus!“ (Geekcouch)

„In der Summe ist „Lesbian Vampire Killers“ ein ziemlich fröhlicher, zügiger und unterhaltsamer Spaß geworden, den man eigentlich mögen muss.“ (Kino, TV & Co)

„Wirklich lustige und unterhaltsame Komödie. Er funktioniert aber meiner Meinung nach wirklich nur spät Nachts im Kino.“ (Unixhaus)

„Für Fans von Trashigen B-Movies unbedingt zu empfehlen andere können aber durchaus auch einen Blick wagen.“ (NightFlyer)

„unbedingt anschauen, wenn die Gelegenheit dazu besteht.“ (Rauhe Sitten)

„Wer Filme der Art Severance oder Shaun of the Dead mochte, wird sich auch an diesem Film erlaben können. Ich konnte es jedenfalls und habe oftmals lauthals gelacht, ob der dummen Sprüche oder einfach verrückten Situationen. Und das ganze (überfüllte) Kino hat mitgelacht. An fast immer den gleichen Stellen.“ (derdickeDennis.de)

Mehr Horrorkomödien

5 Comments

  1. Huch hier ist das Layout aber zerschossen … Den Film muss ich sehen! *lechz*

    Comment by Annabell — 19. Oktober 2009 @ 19:58

  2. Habe den Film gesehen. Kein Gemetzel, keine Horrorszenen, aber trotzdem spannend. Nicht der beste Film, den ich gesehen habe, aber auf jeden Fall auch nicht der schlechteste…

    Comment by Spielzeug — 7. Februar 2010 @ 13:38

  3. […] gestählt bin ich dann heute auch bereit, mir ein weiteres Kulturhighlight zu Gemüte zu führen, das der Autor für sich und mich heute abend vorgesehen […]

    Pingback by A drum, a drum! MacBeth doth come. « Possums Welt — 26. Februar 2010 @ 9:03

  4. Hatte mir den Film angesachaut und ich hätte gerne mein 90 minuten zuück. Habe noch nie so einen Riesenschwachsuinn gesehen. Hollywood fällt aber auch echt nichts mehr ein. Das merkt man schon daran, dass Avatar der einzige gute Film in den letzten 2 Jahren war.

    MfG
    Martin

    Comment by Martin Norker — 16. Juli 2010 @ 10:31

  5. Der Film ist nicht wirklich gut. Wer auf Vampirfilme steht kommt auf seine Kosten, aber mir hat der FIlm nicht gefallen.

    Comment by Oberndörfer — 16. Oktober 2010 @ 0:10

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