16. September 2009

Filmkritik: Moon

Moon: Poster

Inhalt

Sam (Sam Rockwell) ist das einzige Besatzungsmitglied einer Station auf der erdabgewandten Seite des Mondes. Er beaufsichtigt dort die automatisierten Schürfarbeiten bei der Helium-3-Gewinnung. Die direkte Erdverbindung ist seit geraumer Zeit gestört, er kann nur zeitversetzt über aufgezeichnete Videobotschaften mit seiner Familie auf der Erde kommunizieren und die Einsamkeit beginnt an ihm zu nagen. Glücklicherweise sind es nurnoch wenige Wochen bis zu seiner Ablösung.

Doch eines Tages erleidet Sam einen Unfall. Als er wieder erwacht, stellt er mit Verblüffen fest, dass er nicht mehr alleine ist. Ein zweiter Sam bemannt nun die Station. Äußerlich sind die beiden identisch, doch der Charakter des neuen Sam ist deutlich ungestümer…

Rezension

Sam Rockwell in Moon

Moon ist ein klassischer Atmosphären-Film, was im Science-Fiction-Bereich heutzutage eher ungewöhnlich ist. Action gibt es praktisch keine, die Handlung schreitet sehr gemächlich voran und ist meistens auch eher vorhersehbar. Trotzdem ist der Film schön anzusehen, hauptsächlich aufgrund der Stimmung.

Sam Rockwell als Sam in Moon

Auch der mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Stations-Roboter GERTY trägt wunderbar zum Gesamtwerk bei. Seine monotone Stimme (Kevin Spacey – 21, u.v.m.) weckt sofort Erinnerungen an HAL aus 2001. Was bei HAL ein glühend rotes Kameraauge war, ist bei GERTY ein Monitor mit Smileys. Es ist überraschend, wie viel Ausdruck man über einfache großflächige Smiley-Grafiken transportieren kann. Im Laufe der Geschichte wird dann auch klar, dass GERTY mit seinem berühmten filmischen Vorgänger weniger als gedacht gemeinsam hat.

Mindestens genauso wichtig wie Sam und Sam ist in Moon die Musik. Vor allem die unheimlich-melancholischen Piano-Stücke tragen die Atmosphäre zu einem großen Teil. Ohne diese Musik würde Moon schlicht nicht funktionieren. Verantwortlich für den Score war Clint Mansell, der auch schon den genialen Soundtrack zu Requiem for a Dream geschaffen hat.

Modell-Effekte in Moon

Optisch fällt in Moon vor allem die größtenteils abwesende Computergrafik auf. Der größte Teil des Films findet in den Innenräumen der Station, also in echten Kulissen statt. Die Außenszenen wurden mit Modellen realisiert – eine Technik, die man heute kaum noch im Kino sieht. Das fällt allerdings auch deutlich auf.

Hauptdarsteller Sam Rockwell macht seine Arbeit sehr gut und glaubwürdig. Ich frage mich ja, ob Moon günstiger wurde, weil nur ein Schauspieler bezahlt werden musste. Obwohl… die Hälfte des Gesamtbudgets ging wahrscheinlich für die Stimme von Kevin Spacey drauf. :)

Fazit

Moon ist ein stimmungsvoller ernsthafter Science-Fiction-Film. Er ist ungewöhnlich ruhig und nicht wirklich spannend, aber dennoch gut.

Weitere Meinungen zu Moon

„Ich für meinen Teil hatte nun eine knappe Woche Zeit, über „Moon“ und meine Empfindungen dazu nachzudenken und kann ihn nur wärmstens empfehlen. Für mich ist das einer der besten Sci-Fi Filme der letzten Dekade.“ (Frau Flinkwert)

„Drama, Science Fiction, Krimi – “Moon” packt alles in ein Paket, füllt es bis zum Rand mit Spannung, und stempelt “Anspruch” drauf, bevor er es an den Zuschauer weiterreicht. Selten genug, dass ein Programmkino-Film auch ein Mainstream-Publikum unterhalten kann. Duncan Jones schafft den Spagat mühelos.“ (Wortvogel)

„Insgesamt ist Moon ein netter und erfrischender kleiner Science Fiction Thriller mit einem hervorragenden Hauptdarsteller aber leider auch viel verschenktem Potential.“ (filmabend.info)

„“Moon” ist ein überraschendes Debut von einem jungen Regisseur auf den man in Zukunft noch ein Auge werfen sollte, und nicht nur weil er der Sohn des Musikers David Bowie ist.“ (Dennis / fudder.net)

„Leider versinkt der vielversprechende Ansatz in vielen Wiederholungen und einer zu sehr gedehnten Handlung ohne große Spannungselemente, so dass der Film nicht vollends überzeugen kann.“ (kingoli.net)

„Moon ist ein schöner SciFi-Film mit viel Atmosphäre, der vom Setting an Alien I (10/10 Punkte) erinnert, gut von Sam Rockwell gespielt wird und ohne unnötige Action oder Albernheiten auskommt. Die Story ist wirklich gut, leider allerdings etwas dünn um für über 90min Film ausreichend Material zu liefern – das “Geheimnis” des Films wird dem Zuschauer leider ziemlich schnell präsentiert und der Film verliert danach etwas an Spannung.“ (Lars)

„Ein toller Hauptdarsteller, ein unverbrauchtes Szenario und eine packende Geschichte. Hier stimmt einfach alles!“ (likemike / reflections)

„Als verhältnismäßig kleiner Film, der keine absolut neuen Ideen aufzuweisen hat, kann MOON nicht überwältigen. Er wird voraussichtlich nicht in die Annalen der Science Fiction eingehen. Aber er ist – in jedem Aspekt – ein sehr, ein ausgesprochen guter Genre-Beitrag, der in Sachen Atmosphäre, Darsteller und Musik uneingeschränktes Lob verdient. Wer danach nicht Rockwell-Fan ist, dem ist nicht mehr zu helfen.“ (Tom Maurer)

„Dieser Film ist eine gelungene meditative Reflexion über die Einsamkeit aber auch Einzigartigkeit des Menschen. Dank einem ausgeklügelten Drehbuch, einem außerordentlich gut spielenden Hauptdarsteller, perfekt abgestimmten Soundtrack, tollen Spezialeffekten und gutem Setdesign ist hier ein SF-Kleinod geschaffen worden, dass zwar an vergangene Genregrößen erinnert, ohne diese jedoch zu kopieren, und vor allem für einen Erstlingsfilm mit sehr geringem Budget unglaublich beeindruckt und viele Leute begeistern wird!“ (I Heart Pluto)

„«Moon» ist ein packender Science-Fiction-Thriller, der formschön wissenschaftliche Möglichkeiten hinterfragt.“ (filmsprung.ch)

Sonstige Informationen

IMDb: Moon (2009)
Regie: Duncan Jones

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2 Comments

  1. Danke für diesen Artikel, ich bin grade im SciFi-Fieber und schaue alles, was damit zu tun hat.
    Auch dieser Film hat mir gut gefallen.

    Comment by Damian — 18. September 2010 @ 13:53

  2. Schade, dass die Botschaft von Moon hier in der Rezension komplett übergegangen wurde. Das ist eher eine reine Beschreibung hier. Ich habe was dazu geschrieben:
    http://nodus.onreact.com/26/moon-review/

    Comment by Tadeusz Szewczyk — 12. Februar 2011 @ 12:02

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