Filmkritik: Deadgirl
Inhalt
JT (Noah Segan) und Ricky (Shiloh Fernandez) führen ein relativ normales Außenseiterleben an ihrer Schule. Bis sie eines Tages in einem verfallenen Krankenhaus eine tote Frau (Jenny Spain) entdecken, die so tot garnicht ist. Sie ist an ein Bett gefesselt, reagiert mäßig bis garnicht auf ihre Umwelt und ist nackt.
Während Ricky noch an so offensichtliche Dinge denkt, wie sie zu befreien und schleunigst die Polizei zu verständigen, kommt JT auf ganz andere Gedanken.
“We could keep her.“ (JT)
Und so erklärt JT das zombiehafte Wesen kurzerhand zur Sexsklavin.
Filmkritik
Deadgirl hat ohne Zweifel eines der kränkesten Plot-Gerüste der diesjährigen Fantasy Filmfest Nights. Aber bevor jetzt alle Leser geschockt weiterklicken, hier gleich erstmal eine kurze Entwarnung: Deadgirl ist kein Zombiesexfilm. :)
Die Geschichte dreht sich vielmehr um Ricky und seinen Konflikt mit dieser kaputten Situation. Darin verwoben ist zudem auch noch eine typische Teenie-Liebesgeschichte mit angebeteter unerreichbarer Freundin (Candice Accola) des Football-Stars.
“Sure, she is some kind of monster, or something, but she is our monster.“ (JT)
Trotz dieser schönen Vorlage für einen großen Zombie-Trash-Spaß gewinnt Deadgirl aber leider nie so richtig an Fahrt. Die meiste Zeit über fühlt sich der Film recht träge an.
Vielleicht wollten die Regisseure versuchen die Geschichte im Ernsthaften zu lassen, doch dafür ist es wiederum auch nicht anspruchsvoll genug. Vor allem die Sache mit der Freundin des Footballstars ist halt einfach unnötig und sollte sich in einer ernsten Geschichte eigentlich von selbst verbieten. Dass man Teenie-Klischees auch sehr erfolgreich mit Zombies verbinden kann, hat beispielsweise Dance of the Dead gezeigt – allerdings ohne einen Funken Ernst.
Besonders splatterig ist der Film übrigens nicht, obwohl natürlich auch in Deadgirl eine gebührende Menge Blut und Gedärme fließen. Auch der Sex hält sich (gottseidank!) in Grenzen. Dennoch gibt es einige durchaus explizite Szenen - wer also Zombiesex überhaupt garnicht ertragen kann, sollte besser einen Bogen um den Film machen.
Doch bevor ich hier nur lästere: Schlecht war Deadgirl auch nicht. Die Grundidee ist so skurril, dass es allein dafür schon Bonuspunkte gibt. Auch zwischendurch kann man immer wieder schön kaputte Situationen genießen.
Fazit
Deadgirl glänzt durch die kranke Grundidee, ist aber letztendlich nicht intensiv genug um wirklich zu beeindrucken. Die Kombination aus Zombie-Spaß und Coming-of-Age-Elementen führt in diesem Fall leider nur zum Mittelmaß.
Trailer zu Deadgirl
Weitere Meinungen zu Deadgirl
„Normalerweise würde ich bei dem Thema “High School-Jungs missbrauchen willenlose, gefesselte Zombiefrau als Sexsklavin” echt die Grenze ziehen, aber tatsächlich muss ich anmerken, dass man hier einen wirklich klasse Film zu sehen bekommt, der trotz des Themas unglaublicherweise gar nicht so geschmacklos ist.“ (Frau_Flinkwert)
Weitere Meinungen sind in den Kommentaren (unten) natürlich jederzeit gern gesehen.
Informationen
Regie: Marcel Sarmiento und Gadi Harel
Drehbuch: Gadi Harel
IMDb: Deadgirl (2008)
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Mehr über: Candice Accola • Fantasy Filmfest • Filme • Filmkritik • Horror • Jenny Spain • Kino • Noah Segan • Rezensionen • Shiloh Fernandez • Zombies
Wir zwei frauen schauten diesen film er ekelte uns an und doch konnten wir nicht wegschalten.
Der Wendepunkt…eigentlich das Ende macht nachdenklich…denn eigentlich ist Ricky, der der immer noch skrupel hatte oder gar moralisch richtig handeln wollte im Endeffekt schlimmer, denn er nimmt sich seine große Liebe zur Sklavin, was in meinen Augen wesentlich schlimmer ist, da man zu Jenny Spain nicht wirklich viel Bezug aufbauen konnte, was entweder so gewollt oder für meinen Geschmack einfach zu wenig Hintergrundausgestaltung war.
Man wusste nicht woher sie kam, wer sie war, wie lange sie dort war und wo sie hin ist….aber vllt ne nette Vorlage für nen zweiten Storyhaltigeren TeilXD
Auf jeden Fall bedrückende Szenerie, einige blutige Szenen gekonnt dargestellt.
Kommentar von shiva panther — 19. September 2009 @ 14:02
“Wer provoziert interessiert”
Zugegeben ist derjenige der schon viele Filme gesehen hat (oder zumindest der Meinung ist er hätte ;-) ) immer auf der suche nach etwas neuem.
Da ist er bei Deadgirl genau richtig.
Trotz dieses grenz wertigen Themas sollte man ihn einmal gesehen haben.
Kommentar von Jochiiiii — 16. Dezember 2009 @ 22:02